Schildkrötenforum > Wasserschildkröten und Sumpfschildkröten

p1 Tine2001

Hallo,

ja die Überschrift hört sich graußam an, ich weiß.

Also ich möchte mal kurz erläutern wo mein Problem liegt:
Im September letzten Jahres wurden Nekrosen mit Pilzbefall bei meiner Rotwange, die wir im Juni gefunden hatten, festgestellt.
Nun war sie lange zeit trocken gessessen, die Nekrosen waren eigentlich an fast allen stellen sehr gut geworden.

Nun hatte ich bei der Kontrolle des Panzers vor einigen Wochen zwei Abszeße die durch das Spritzen des Antibiotikas kamen gefunden, diese werden jetzt behandelt, wöchentlich einmal gereinigt von der Tierärztin. Nun sind wieder ein Paar stellen Nekrosen am Panzer aufgetrete, darauf hin hat die Tierärztin einen Abstrich gemacht den eingeschickt, Ergbnis nix traurig ist zwar ja ganz gut aber wie soll man da anständig behandeln. Nun war ich am Montag bei einem anderen Tierarzt, dort hat mich meine Tierärztin hingeschickt, da sie meinte vielleicht hätte er noch ein idee.
Nun meinte er erstens wäre mein schildkröte so schlapp, sie wehre sich nicht genug, sie schnappe nicht, das wäre bei einer so großen nicht normal. Naja, er versprach sich dann von dem Blutbild ein Ergebnis, aber auch das ist in Ordnung. Ich muss dazu sagen ich kenne meine Rotwange nicht anders sie hat noch nie geschnappt, faucht immer nur ein wenig und strampelt etwas, manchmal mehr manchmal weniger.
Nun schlug mir der Tierarzt vor den Panzer mal abzuschleifen, also die nekrotischen Stellen zu begradigen, dass sich da nichts mehr absezten kann, die muß in Narkose geschehen. Nun darf sie wieder schwimmen gehen wie sie will, der Abszeß wurde dadurch auch nicht schlimmer.

Hat das schon mal jemand gehört das man die Stellen abschleift. Wenn es hilft bin ich gerne bereit es machen zu lassen, logisch klingt mir das ja auch, aber selbst meine Tierärztin hat das noch nicht gehört, in München in der Reptilienauffangstation habe ich mal nachgefragt, die kennen das auch nicht. die entfernen nur abgestorbenes Gewebe.

LG Tina

26.03.2011 10:41


p2 XaWa

Hi,
ich kenn das auch nicht, würde es auch nicht machen lassen. Kann mir nicht so recht vorstellen wie das von statten geht und was es soll.
Gruß Xaver

26.03.2011 11:09


p3 Fugo

Zunächst:

Da sieht man mal, dass Tierarztbesuche, auch beim Reptilientierarzt, mehr schaden als nützen können. Ich habe, zum Beispiel, zwei Moschusschildkröten dadurch verloren, indem sie an den Verletzungen durch Vitamin-Aufbauspritzen gestorben sind. Man kann auch sagen, dass der Reptilientierarzt die beiden Moschusschildkröten mit der Nadel der Spritze regelrecht erstochen hat.

Die beiden Tiere waren nicht krank oder geschwächt, sondern vollkommen gesund gewesen. Der Reptilientierarzt hatte die Vitaminspritzen nur einfach zur "Prophylaxe", also zur "Vorbeugung", gespritzt - Ohne jede Notwendigkeit. Der Reptileintierarzt hatte diesen beiden Tieren die Vitaminspritzen gegeben, weil sie die beiden kleinsten waren. Der wirkliche Grund dafür war, und davon bin ich zu 100 % überzeugt, dass der Reptilientierarzt einfach schnell und problemlos Geld kassiert, wenn er Spritzen verabreicht.

Beide Moschusschildkröten starben am nächsten Tag unter großen Schmerzen an den Verletzungen, die ihnen durch die Spritze zugefügt worden waren. Man konnte ihnen nicht mehr helfen. Nachdem ich festgestellt hatte, wie schlecht es den beiden Moschusschildkröten ging, hatte ich sofort eine Tierärztin angerufen.

Die Tierärztin teilte mir mit, dass die beiden Moschusschildkröten sehr wahrscheinlich große Schmerzen wegen der Spritzen hatten, und dass sie persönlich findet, dass manche Reptilientierärzte viel zu sorglos mit den Spritzen umgehen, und nicht daran denken, welche schlimmen Folgen das für so kleine Tiere haben kann.
Genau so war das. Wenige Stunden nach meinem Anruf bei der Tierärztin waren die beiden Moschusschildkröten auf Grund der Verletzungen durch die Spritzen gestorben. Zwei Tiere, die, wie gesagt, vorher vollkommen gesund gewesen waren.

Im Übrigen:
Die Verletzungen durch die Spritzen waren ganz sicher der Grund, weshalb die beiden Moschusschildkröten starben. Daran gibt es keinen Zweifel. Denn ich habe mehrere Moschusschildkröten, und alle Tiere, die nicht gespritzt wurden, leben heute noch. Es geht ihnen gut und es ging ihnen immer gut.
Ich hatte außerdem a-l-l-e meine Tiere beim Reptilientierarzt vorgestellt, nicht nur die beiden, denen er die Vitaminspritzen setzte. Das bedeutet: Auch eine Schwächung oder Erkrankung durch den Transport o. ä. sind ausgeschlossen.

Ganz einfach:
Die beiden Moschusschildkröten, die die Spritze erhalten hatten, waren am nächsten Tag tot, man konnte ihnen nicht mehr helfen. Sie starben an den schweren Verletzungen, die ihnen der Reptilientierarzt mit seinen Vitaminspritzen zugefügt hatte. Alle anderen Moschusschildkröten, die keine Spritzen erhalten hatten, sind bis heute gesund und munter wie eh und je.

Das Ganze liegt jetzt ca. zwei Jahre zurück.
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Bei Panzernekrose/Pilzbefall gleich Antiobiotika spritzen? Und den Panzer selbst nicht mit Salbe behandeln? Was soll das?

Es ist, zumindest auf Basis deines Eingangspostings, nicht zu verstehen, weshalb deine Tierärztin hier gleich ein Antibiotikum eingesetzt hat, und zudem in Form einer - lebensgefährlichen - Spritze. Wie hat sie denn den Panzer selbst behandelt? Und was hat sie dir gesagt, wie du den Panzer weiter behandeln sollst? - Etwa n-i-c-h-t-s? Bei Pilzbefall/Nekrose muss man doch vor allem den P-a-n-z-e-r behandeln, z. B. mit Salbe.

Man sollte es sich meiner Meinung nach mehr als 10 x überlegen, bevor man eine kleine Schildkröte mit einer Spritze behandelt. Das kann tödlich enden. Wenn es schon notwendig ist, ein Mediakment zu verabreichen, dann muss man alle Möglichkeiten ausnützen, um eine o-r-a-l-e Verabreichung von Medikamenten durchzuführen, also über das Maul der Schildkröte. Man kann z. B. auch das Futter mit einem Antibiotikum anreichern. Und Antibiotika nur, wenn unbedingt notwendig.

Die Spritze ist nur für einen die beste Möglichkeit: Für den Tierarzt. Denn das ist praktisch und geht schnell. Fertig. Dauert keine zwei Minuten und bringt ordentlich Geld. - Außerdem sieht für den unbedarften Kunden das Verabreichen von Spritzen natürlich sehr professionell aus. - Das ist für mich die einzig wirklich plausible Erklärung, warum manche Reptilientierärzte immer gleich Spritzen verabreichen.




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Zum Abschleifen des Panzers:

Ich persönlich würde das bleiben lassen. Denn: Damit wird m. E. der Panzer geschädigt und aufgeschlossen, und das ermöglicht erst Recht neuen Pilzbefall. Außerdem: Was soll das bringen? - Wenn wieder nekrotische Stellen mit Pilzbefall auftreten, soll man diese dann wieder mit Abschleifen beseitigen? So lange, bis kein Panzer mehr da ist?
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Meiner Meinung nach die einzig richtige Möglichkeit, denn so habe ich auch schon mal zwei seltsam aussehende Stellen auf dem Panzer einer Moschusschildkröte erfolgreich behandelt:

Ganz normale Betaisodona-Salbe auf die betroffenen Stellen des Panzers auftragen, das Tier trockensetzen, und nur ein- bis zwei Stunden täglich ins Wasser lassen. Nach spätestens 14 Tagen sind die betroffenen Stellen verschwunden. - Wenn das Problem nach za 14 Tagen immer noch nicht verschwunden ist, dann die Schildkröte zur Erholung ein- bis zwei Wochen normal halten, aber darauf achten, dass das Wasser stets sauber und keimfrei ist, und dass die Schildkröte an Land eine ausreichend hohe Temperatur und Besonnungsmöglichkeiten (Reflektorspots/Keramikstrahler) vorfindet, um vollständig abtrocknen zu können. - Nach ca. 1-2 Wochen die Trockenkur, mit Betaisodona-Salbe, wiederholen.

Betaisodona ist eine sehr gute Iodsalbe und in jeder Apotheke für ca. € 10, -- erhältlich.

Bei meiner Moschusschildkröte hat das bestens genützt, die seltsam aussehenden Stellen am Panzer waren nach der oben beschriebenen Behandlung verschwunden und sind nicht wieder aufgetreten. Alles ist seither wieder in Ordnung.

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Was ich nicht verstehe: W-e-s-h-a-l-b, bitteschön, spritzt denn die Tierärztin nur wegen Panzernekrosen mit Pilzbefall ein Antibiotikum? So, wie du es beschreibst, lässt sie aber gleichzeitig die betroffenen Stellen am Panzer von außen unbehandelt? Was soll denn das?

Antibiotika sind totale Vollhämmer und sollten nur bei ganz ernsthaften Erkrankungen, die von außen nicht zu behandeln sind, z. B. Lungenentzündung, verabreicht werden. Dass alleine schon die Nadel der Spritze tödlich sein kann, erläuterte ich oben.

Du schreibst, du hast die Schildkröte trocken gesetzt. Das nützt aber langfirstig nichts, wenn du die betroffenen Stellen am Panzer nicht gleichzeitig mit einer guten Salbe behandlest. Täglich neu!

Nach meinem Eindruck ist diese Tierärztin gerade auf dem besten Wege, aus Inkompetenz, Sorglosigkeit oder Gleichgültigkeit, deine Tiere langsam aber sicher zu Tode zu martern.

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Meine Empfehlung zur Bekämpfung der Panzernekrose und des Pilzbefalls:

Das Tier trocken setzen, die betroffenen Stellen täglich einmal mit Betaisodona-Salbe einreiben, das Tier täglich 1-2 Stunden lang in einer Wanne mit s-a-u-b-e-r-e-m, täglich f-r-i-s-c-h-e-m Leitungswasser schwimmen lassen.

Immer auf ausreichende Umgebungstemperatur und Wassertemperatur achten.

Das Tier zudem täglich ca. 30 Minuten lang mit Osram Ultravitalux bestrahlen (Abstand nicht unter 60 cm).

Dann werden die Nekrosen mit ziemlicher Sicherheit verschwinden.


Allgemeine Hinweise, um Nekrosen und Pilzbefall zu vermeiden:


Weiterhin musst du darauf achten, dass deine Schildkröten i-m-m-e-r die Möglichkeit haben, an Land völlig abzutrocknen.
Sie brauchen an Land eine ausreichende Temperatur und tagsüber Besonnung durch Reflektorspots (ganz normale Spotstrahler nach dem Prinzip der Glühbirne).

An Land sollten den Tieren, auch und gerade nachts, wenn die Beleuchtung ausgeschaltet ist, Keramikstrahler zu Verfügung stehen, damit sie auch nachts trockene Wärme aufsuchen können.

Außerdem, wie gesagt, täglich mindestens 30 Minuten UV-Licht. Und hier ist die Osram Ultravitalux immer noch am besten, egal was diesbezüglich alles an "Information" verbreitet wird.

Ultravitalux ist durch n-i-c-h-t-s zu ersetzen. Auch nicht durch andere "Reptilien-UV-Lampen", welcher Art auch immer. Auch nicht durch die populäre "Lucky Reptile Bright Sun" o. ä. Die einzige Alternative zur Ultravitalux wäre die "UV-Reptile Mega Ray". Diese ist in Deutschland aber sehr schwer erhältlich.

Wenn du das oben Beschriebene beachtest, und zudem dafür sorgst, dass das Wasser im Schildkrötenaquarium immer sauber ist, dann wirst du langfristig keine Probleme mit Panzernekrose bzw. Pilzbefall haben.

Es ist aber - eben - unbedingt notwendig, dass das Aquariumwasser stets sauber, keimfrei und nitratarm ist. Dazu benötigt man eine gute Außenfilterung mit einem oder zwei guten, großvolumigen Außenfiltern (z. B. Hagen Fluval FX5), gutem biologischen und chemischem Filtermaterial (Sinterglasringe, Zeolith und Lewatit MP 600 zur Nitratausfilterung),

Zudem empfiehlt sich, gerade für Schildkrötenquarien, ein UV-C-Klärer. Ich habe einen solchen im 24-Stunden-Dauereinsatz.

UV-C-Klärer töten sehr zuverlässig so gut wie alle Keime im Wasser ab. Das sind super Geräte. Die sind auch nicht teuer (ab ca. 20-30 Euro). Einmal pro Jahr muss man die UV-C Röhre wechseln, ansonst bedarf ein UV-C Klärer keiner Wartung.


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Wenn du das beachtest, dann ist es so gut wie zu 100 % sicher, dass du deine Schildkröten von Pilzbefall/Panzernekrose heilen kannst und dass solche Probleme langfristig nicht mehr, oder kaum noch, auftauchen.

Und wenn doch mal eine nekrotische Stelle am Panzer auftaucht, die mittelfristig nicht von alleine wieder verschwindet:

Die Behandlung: Trockensetzen und Betaisodona hilft ganz sicher.

30.12.2011 22:34 | geändert: 30.12.2011 22:56


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